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Filmemacher Curt Faudon gestorben


Regisseur, Drehbuchautor und Filmproduzent Curt Faudon ist tot. Die Wiener Sängerknaben verlieren mit ihm einen großartigen langjährigen Partner und Wegbegleiter. Vier Filme entstanden mit ihm, "Silk Road", "Songs for Mary", "Bridging the Gap" und zuletzt "Good Shepherds".

Mehr als 30 Filme drehte der vielfach ausgezeichnete Filmemacher, der zwischen New York, Wien und Graz pendelte. In seinen Filmen erzählte er von Orten und Menschen, von Schicksalen und dem Miteinander. Oft ging es um Künstler und deren Biografien: Hugo Wolf, George Orwell, Fanny von Arnstein, Ute Lemper, Stefan Szczesny, Ernest Hemingway. Es ging um Orte, die er mochte, die ihm wichtig waren, um Geschichte und Geschichten.

Faudon arbeitete unter anderen mit Heino Ferch, Sebastian Koch, Gudrun Landgrebe, Tobias Moretti und Oskar Werner, mit Hilde Spiel und Frederick Morton. Seine preisgekrönten Dokumentationen zeugen von einer tiefen Zuneigung und Liebe zu seinen Themen und den Menschen. Faudons Bilder waren – und sind – opulent, traumhaft, schön, klug und visionär. Und immer stand im Mittelpunkt der Mensch.
 
In seinen letzten Filmen ging es um die Wiener Sängerknaben, um Umweltverschmutzung und Klimawandel. Faudon hatte bei einem Dreh für den Wien Tourismus den Knabenchor für sich entdeckt. Der Regisseur war von den Persönlichkeiten der Kinder tief beeindruckt und reiste mehrmals mit ihnen zu besonderen Destinationen von Palästina bis zum Polarkreis. In „Good Shepherds“ fand die Zusammenarbeit einen Höhepunkt: Der Kinofilm, gesprochen von Schimpansen-Forscherin Jane Goodall, ist eine berührende Mischung aus starken Bildern und selten gehörter Musik, eine Geschichte der menschlichen Zivilisation und ein Ausblick in die Zukunft. „Good Shepherds“ ist ein Schwanengesang, eine visionäre Botschaft voller Hoffnung und ein Appell an seine Zuschauer, miteinander und mit unserem Planeten behutsam umzugehen.

Curt Faudon starb am 25. Juli in seiner Geburtsstadt Graz.


Setfotos: (c) Faudon Movies (Irland, Palästina, Schweden, New York), (c) Lukas Beck (Schönbrunn)