Auf dieser Seite finden Sie Informationen über die Tätigkeit der Hotline.

Die Hotline ist per oder per Telefon unter +43 (01) 216 39 42 45 zu erreichen. 
Sie können uns auch per Post kontaktieren: Hotline, c/o Wiener Sängerknaben, Augartenpalais, 1020 Wien.
Alle Meldungen werden selbstverständlich vertraulich behandelt. Wir bitten Sie um Verständnis.


Zwischenbilanz der Hotline im März 2011
- Offener Brief an Sängerknaben, Ehemalige, Eltern und Mitarbeiter der Wiener Sängerknaben
- Stellungnahme des Elternvereins.

Fazit
Die Hotline bleibt als Dauereinrichtung bestehen. Ihre Arbeit wird durch unabhängige Professionisten und Experten unterstützt.




Die Fakten

Auf der Hotline der Wiener Sängerknaben sind insgesamt 20 Meldungen eingegangen; drei davon sind Meldungen nicht Betroffener, die einfach ihre Meinung äußern wollten. Dazu kommen vier Fälle, die in den Medien diskutiert wurden, die sich aber nicht direkt an uns gewandt haben. Drei Meldungen betreffen die 1940er Jahre, sechs die 1950er Jahre, sieben die 1960er Jahre, vier die 1970er Jahre, zwei die 1980er Jahre, einer die 1990er Jahre. Die letzte Meldung betrifft das Jahr 2000. Der älteste Betroffene ist 76, der jüngste 22. Vier Meldungen bleiben anonym. Die meisten Vorfälle sind strafrechtlich nicht relevant, weil sie sich zwischen Buben abgespielt haben. Ob ein Vorfall verjährt ist oder nicht, ist für uns unerheblich: Wir möchten aufarbeiten.

Wir nehmen jeden Vorwurf sehr ernst. Nach unseren Recherchen wurden alle Vorfälle in der Zeit, in der sie geschahen, nach damaligem besten Wissen und Gewissen behandelt. Heute setzt man andere Maßstäbe an; die Gesellschaft und auch die Rechtsprechung haben sich Gott sei Dank geändert.




Wir gehen jedem Hinweis nach; jede Meldung, jeder Fall ist uns wichtig. Dabei ist es für uns unerheblich, wann etwas geschehen ist; alle Erinnerungen, negative wie positive, gehören zu unserer Geschichte. Leider ist die Aufarbeitung ein langwieriger Prozess: Unser Archiv befindet sich im Aufbau; so haben wir etwa keine digitalisierten Akten. Um die Vertraulichkeit zu gewährleisten, haben wir nur eine Person mit diesen Recherchen befasst. Diese Person bekommt Hilfe und Unterstützung von unabhängigen Psychologen und anderen Experten, die gleichzeitig helfen, die Arbeit der Hotline kritisch zu hinterfragen.

Wir suchen nach Dokumenten und Hinweisen; gleichzeitig forschen wir nach etwaigen Zeitzeugen. Einige ehemalige Mitarbeiter und Sängerknaben haben sich gemeldet, die bei der Aufklärung helfen wollen.



Wir möchten betonen, wie wichtig es ist, dass die Betroffenen sich bei uns gemeldet haben; wir danken ihnen für ihren Mut. Wir sind dankbar für die Möglichkeit, uns mit ihnen mit unserer Vergangenheit auseinanderzusetzen. Es gilt, gemeinsam weitere Schritte zu finden und zu setzen, sofern das gewünscht ist. Wir bieten auf jeden Fall immer das Gespräch an; wo möglich, werden erfahrene PsychologInnen und PsychotherapeutInnen hinzugezogen.

Wir sehen in unserer Hotline eine Chance: Nur eine gute Aufarbeitung aller Vorwürfe kann eine Basis für die Zukunft schaffen.




Ausblick
Die Hotline bleibt weiter bestehen - hier kann man sich mit allen Anliegen melden; anonym oder mit Namen, per Telefon oder Email. Jeder erinnert sich in einem anderen Tempo, daher kann es kein Zeitlimit geben. Unsere Möglichkeiten zur Hilfe sind beschränkt, aber wir nehmen uns die Zeit und haben den Willen, uns mit allen Vorwürfen auseinanderzusetzen und uns Lösungen zu überlegen: Das können wir anbieten, und das tun wir sehr gerne.



Vertraulichkeit ist uns besonders wichtig; auch im Sinne der Betroffenen. Und wir wollen die Mädchen und Buben, die unsere Schulen besuchen, schützen: Sie dürfen unter der Aufarbeitung nicht leiden.

 Übergriffe und Missbrauch sollen nicht nur nicht geduldet, sondern müssen auch geahndet werden. Das ist uns und den Betroffenen ein Anliegen.

Wichtig ist zu wissen, dass sich die Verhältnisse grundlegend gewandelt haben: Heute haben die Wiener Sängerknaben einen Stab von gut ausgebildeten und sorgfältig ausgesuchten Erzieherinnen und Erziehern; jeder Chor wird von einer Frau und einem Mann betreut. Darüber hinaus gibt es Kapellmeister, Stimmbildner, Regisseure, Dramaturgen, Lehrer, kurz, einen ganzen Pool von Personen, an die die Kinder sich jederzeit mit ihren Anliegen wenden können. Die Kinder haben im Internat ein zweites Zuhause. Hier leben sie, gehen zur Schule, singen, spielen und streiten sich auch manchmal.

 Die Erzieher haben eine unabhängige Supervision, und es gibt eine regelmäßige psychologische Betreuung für Kinder und Erwachsene. Neben dem schulpsychologischen Dienst stehen uns unabhängige Therapeuten zur Seite. Wir halten - in Kooperation etwa mit der “Möwe” - Seminare und Workshops zu Gewaltprävention ab. Es gibt einen anonymen Rat- und Kummerkasten. Die Kinder sind in Zwei- und Dreibettzimmern untergebracht; jedes Zimmer ist mit einer eigenen Dusche ausgestattet. Ganz wichtig: Zum Campus gehören eine Volksschule und eine Oberstufe mit vielen Mädchen.

Immer wieder melden sich ehemalige Sängerknaben mit sehr glücklichen Erinnerungen. Das ist schön. Wir freuen uns über jeden, der vorbeischaut.





Aufruf
Die Wiener Sängerknaben wollen sich mit allen Missbrauchsvorwürfen detailliert auseinandersetzen, namentlich oder anonym, per Email, per Telefon oder in persönlichen Gesprächen. Dazu brauchen wir die Mithilfe der Ehemaligen.
 
Wir bitten alle, die sich angesprochen fühlen, sich bei uns zu melden. Insbesondere bitten wir auch mögliche Zeugen, ehemalige Sängerknaben, deren Eltern und ehemalige Angestellte uns zu kontaktieren. Alle Meldungen werden streng vertraulich behandelt.


Hotline für Betroffene
Sie erreichen uns unter der Wiener Telefonnummer (01) 216 39 42 45 oder per .