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  • Burgkapelle

Hochamt

J. Gallus, Missa Pater noster
Jordi Casals dirigiert

Gallus wurde Reifnitz (Ribnica) im heutigen Slowenien geboren. Sein Familienname war Petelin, das slowenische Wort für „Hahn“. Der Komponist verwendete die deutsche Form Handl oder das lateinische Gallus, gelegentlich mit dem Zusatz Carniolus als Hinweis auf seine Heimat.

 

Seine erste Ausbildung erhielt er im Zisterzienserkloster Sittich (Sti?na) und in Fiume oder Triest. Er kam noch als Knabe nach Österreich; erst sang er in Melk, dann als „singerknabe“ in der Wiener Hofmusikkapelle. Viele seiner Motetten – wie auch das Pueri concinite - waren ursprünglich für die Knaben der Hofmusikkapelle gedacht.

 

Zwischen 1579 und 1585 war Gallus Kapellmeister des Bischofs von Olmütz (Olomouc) in Mähren, später wurde er Organist in der Kirche sv. Jan na Zábradlí in Prag.

 

Gallus’ vermutlich bedeutendstes Werk ist das Opus musicum (1577), eine Sammlung von 374(!) Motetten zur Verwendung im Kirchenjahr. Gallus war bei Zeitgenossen hoch angesehen; seine Kompositionen galten als äußerst kunstvoll. Bemerkenswert ist sein Umgang mit Rhythmus: Gallus wechselt immer wieder zwischen Zweier- und Dreiertakten. Er ändert den Rhythmus mit dem Wortton und schafft so dramatische Spannungen, emotionale Deutungen des Textes. Er malt die Wörter in Musik.

Die Missa ad imitationem Pater noster ist eine von 16 überlieferten Vertonungen des Messordinariums von Gallus.